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  • bebauungsstudie siedlungsgebiet ried im oberinntal


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    Im Kontext der historischen Siedlungs- und Freiraumstruktur von Ried wird durch die behutsame Anordnung von zwei Erschließungsspangen eine Verdichtung und behutsame Erweiterung des Siedlungsraums geschaffen. Die traditionelle Weilerstruktur wird in sieben Baufeldern neu gedachtund die Siedlungsstruktur von Ried neu interpretiert, als Sozialraum mit spannender räumlicher Konfiguration. Ein keilartiger mulitfunktionaler Freiraum ist das Herz des Areals, welcher durch wechselnde Bauhöhen und die dichte Konfiguration des dörflichen Raums einen interessanten, verdichteten Freiraum mit identitätsstiftendem, platzartigem Charakter schafft. Die Gemeinsamkeit des dörflichen Zusammenlebens soll durch ein Regelwerk unterstrichen werden: dem Baufeld zugeordnete, halbprivate Freiräume werden gemeinsam mitden künftigen BewohnerInnen entwickelt und bilden somit eine weitere Möglichkeit der Identätsstiftung und emotionaler Bindung an den Ort.

    Wegesystem
    Durch ein differenziertes Wegenetz wird das Gebiet mit dem Umfeld verwoben und für den Fußgänger spannende, erlebnisreiche Raumsequenzen gebildet. Die fußläufige Vernetzung mit dem Umland und dem Ebenrain erfolgt durch Kapillaren. Die Erschließung für motorisierten Indiviudalverkehr (MIV) erfolgt über zwei zentrale Spangen: einerseits über die Sattlergasse, andererseits über die bestehende Erschließungsstraße des Kapuzinerklosters. Die Nachbarschaft ist deutlich MIV verkehrsberuhigt, eine schnelle Durchfahrt durch die Siedlung ist nicht möglich. Die Geschwindigkeit in den Wohnstraßen ist auf Fußgänger und Radfahrer abgestimmt. Die Erschließung erfolgt durch zwei Wohnstraßen, die als gemeinschaftliche, von allen VerkehrsteilnehmerInnen gleichwertig genutzte Spangen charakterisiert sind.

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    Baufelder, Bauplatzgröße und Etappen
    Ausweisung von sieben Baufeldern mit einer Gesamtfläche von rd. 16.700 m2 um einen großzügigen multifunktionalen Freiraum. Jedes Baufeld ist in bis zu sieben Bauplätzen unterteilt. Jedes Baufeld muss mindestens einen Bauplatz für Generationenwohnen (Typ D) oder Familienwohnen (Typ C) zur sozialen Durchmischung in Form von Mietwohnungen vorsehen. Die durchschnittliche Geschossflächenzahl (GFZ) pro Baufeld beträgt rd. 0,7 (netto), die Brutto-Geschossfläche des ganzen Siedlungsgebiets rd. 11600 m. Jedes Baufeld ist mit einem zentralen, gemeinschaftlichen Freiraum für die Bewohner des Baufeldes ausgestattet. Die Umsetzung erfolgt in Baustufen – Baufelder V, VI und VII werden erst nach dem erfolgten Bau der neuen Erschließungsstraße im nordöstlichen Teil des Planungsgebiets umgesetzt.

     

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    Multifunktionaler Freiraum
    Ein zentraler, innerörtlicher Treffpunkt für alle Rieder, einer Typologie eines Freiflächennetzes des Ortes folgend. Zentrumsbildung und Identitätsstiftung erfolgt durch die gemeinsame Nutzung und die Einbindung in das dörfliche Freiraumnetz. Der multifunktionale Freiraum dient der Gemeinschaft – entsprechend der Jahreszeiten (z.B. Ballspiel im Sommer / Eislauf im Winter) und Tageszeiten (z.B. Tag Mütter mit Kindern / Abend Kulturveranstaltungen) sind vielfältige Nutzungen möglich. Die Gestaltung des zentralen Platzes erfolgt durch einen dialogorientierten Planungsprozess, welcher durch ein ein Entwicklungsgremium gesteuert wird.

     

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    typ | geladener wettbewerb – 2.platz   auftraggeber | tiroler bodenfond   ort | ried/tirol

     

    

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