BUNTE MISCHUNG IM ZENTRUM NEU-HOHENSCHÖNHAUSEN

1st place competition Neu Hohenschönhausen Berlin

Year

2021

Status

competition

Location

Berlin | Germany

Client

Land Berlin

Collaboration

Studio Boden


Colorful mix for central
Neu-Hohenschönhausen

In Neu-Hohenschönhausen, a new center is being created with a wide variety of uses, manifested by differentiated high points. Seven new sites of different sizes will close the gaps of the fragmented urban composition, which will be interpreted and discussed in an urban context. An urban ensemble on a human scale is created, which takes care of a special permeability and accessibility of the active base zones and thus integrates the public spaces into the buildings. Sight lines towards the high points and the anchor points (e.g. market hall, cinema) provide orientation and conclude the open spaces. An urban living room with the Fountain of Youth is created. The idea will be complemented by a color concept for facades and specific open space design.

The Brunnenplatz as well as Wartenberger Street will become the central places of Neu-Hohenschönhausen; the newly created ground floor zone is the kit for this new center. Between the Linden-Center and district office of Lichtenberg beyond the S-Bahn, an intelligent chain of public spaces is created with a dense range of uses at eye level. The vertical mix of uses on several levels, including lively city terraces and intensive greening of the roofs, creates diversity and color. The diversity of uses of the base zone is curated by a ground floor zone management where art, cultural and non-commercial uses are treated equally to commercial uses. A rental model allows for intelligent control of uses across 94,650m2 of gross floor area.


DE

1, Platz im Wettbewerb Neu-Hohenschönhausen

In Neu-Hohenschönhausen entsteht ein neues Zentrum mit einer breiten Vielfalt an Nutzungen, manifestiert durch differenzierte Hochpunkte. Durch sieben neue Baufelder unterschiedlicher Größe werden die Lücken des fragmentierten urbanen Komposits geschlossen. Die Fragmente werden interpretiert und in einem urbanen Kontext diskutiert. Es entsteht ein städtebauliches Ensemble im menschlichen Maßstab, welches auf eine besondere Durchlässigkeit und Zugänglichkeit der aktiven Sockelzonen bedacht nimmt und somit die öffentlichen Räume in die Gebäude aufnimmt. Blickbeziehungen zu den Hochpunkten und den Ankernutzungen (z.B. Markthalle, Kino) geben Orientierung und fassen die Freiräume. Ein urbanes Wohnzimmer mit dem Brunnen der Jugend entsteht. Ein Farbkonzept für Fassaden und Freiraumgestaltung wird diese Idee unterstreichen.
Der Brunnenplatz sowie die Wartenberger Straße werden zu den zentralen Orten von Neu-Hohenschönhausen; die neu geschaffene Erdgeschoßzone ist der Kit für dieses neue Zentrum. Zwischen dem Linden-Center und Bezirksamt Lichtenberg Bürgeramt jenseits der S-Bahn entsteht eine intelligente Kette von öffentlichen Räumen mit einem dichten Angebot an Nutzungen auf Augenhöhe. Durch die vertikale Nutzungsmischung auf mehreren Ebenen, inklusive belebter Stadtterrassen und intensiver Begrünung der Dächer entsteht Vielfalt und Buntheit. Die Nutzungsvielfalt der Sockelzone wird durch ein EG-Zonen Management kuratiert wo Kunst-, Kultur- und nicht-kommerzielle Nutzungen gleichwertig zu den kommerziellen behandelt werden. Ein Mietpreis-Modell ermöglicht die intelligente Steuerung der Nutzungen auf 94.650m2 Bruttogrundfläche.


Beurteilung durch das Preisgericht:
Die Schaffung eines urbanen Zentrums gelingt durch die pointierte Setzung von Baukörpern, die die öffentlichen Räume formen und ihnen eine angemessene Maßstäblichkeit verleihen. Zwischen der Wegeverbindung nördlich des Linden-Centers mit Anbindung an die Zingster Straße im Westen und den Bahnhof Hohenschönhausen im Osten wird eine Folge von Straßen- und Platzräumen aufgespannt, die Vielfältigkeit ohne Überinstrumentalisierung erwarten lässt.

Das KuBiZ wird auf der nördlichen Seite des Brunnenplatzes verortet, wodurch eine sinnvolle Beziehung dieser wichtigen Kultur- und Begegnungseinrichtung zum öffentlichen, explizit nicht kommerziell genutzten Platzraum, von den Verfassern als „urbanes Wohnzimmer“ bezeichnet, geschaffen wird. Positiv belebend für den Platz kann auch die als südliche Platzfassung vorgesehene Markthalle wirken. Nach Westen ist die Markthalle zugunsten eines in das Innere der Bebauung gezogenen Grünzugs sehr knapp gefasst, gleichzeitig ist die Intervention mit dem Grünzug an dieser Stelle nicht schlüssig. Die klare Platzfassung wird hier verwischt, wohingegen diese durch einen vor das Gesundheitszentrum positionierten Baukörper sehr gut gelingt. Auch wenn die Durchfahrbarkeit der Wustrower Straße hier unterbrochen ist, was sehr kritisch gesehen wird, wird der stadträumliche Gewinn als sehr hoch bewertet. Der grundsätzlich positive Ansatz eines verkehrsberuhigten Quartiers darf hinsichtlich Lärm- und Erschließungsaspekten allerdings nicht zur Beeinträchtigung angrenzender Quartiere führen.

Die hochwertige Durcharbeitung einer konsequenten Ost-West-Verbindung vom Prerower Platz über den neu geschaffenen Boulevard auf der Trasse der Wartenberger Straße zum Bahnhof Hohenschönhausen, die dem Fuß- und Radverkehr einen hohen Stellenwert einräumt, überzeugt. Gastronomische und gewerbliche Nutzungen beleben neben dem Kino den öffentlichen Raum. Der Boulevard mündet in einer neuen Brücke über den Gleiskörper und verbindet das neue Zentrum folgerichtig mit der Bahn und Einrichtungen östlich des Verkehrsknotenpunktes. Auch zu den angrenzenden Wohnquartieren ist die Wegevernetzung unmittelbar und unprätentiös. Positiv bewertet wird, dass der Brunnenplatz erhalten und baulich neu gefasst wird. Er wird zum zentralen Freiraum-Scharnier und prägt das neue urbane Zentrum. Insgesamt überzeugt die Arbeit durch die eindeutige Setzung der öffentlichen urbanen Räume. Die übergeordneten Grünzüge werden schlüssig in das Gesamtkonzept integriert.

Die Setzung der Baukörper mit der Ausbildung von Hochpunkten trägt zu Lesbarkeit und Identität bei. Das Hochhaus auf dem Sockelbauwerk zum Bahnhof ist schlüssig, wohingegen die Abstaffelung der beiden weiteren Hochpunkte wenig spannungsvoll wirkt, auch bilden diese beiden Hochpunkte hinsichtlich der Grundfläche und Abstände eine Herausforderung für die Gestaltung der Wohngrundrisse. Die Anordnung der Parkgeschosse zur Falkenberger Chaussee ist nachvollziehbar, führt aber zu hohen Anforderungen an die Fassaden der Parkebenen zur Falkenberger Chaussee. Begrüßenswert ist der Vorschlag, südlich der Falkenberger Chaussee soziale Einrichtungen wie Nachbarschaftscenter oder Jugendtreff anzuordnen, die eine sinnvolle Ergänzung auch für die vorhandene Wohnnutzung darstellen. Eine abschnittsweise Realisierbarkeit ist gegeben, die gewünschten Flächenvorgaben sind mehr als erfüllt.

Die Arbeit stellt einen sehr guten Beitrag zur Lösung der Aufgabe dar, erfordert aber eine konsequente Weiterentwicklung, um diese neuen und innovativen Gedanken zu einem aktiven und attraktiven Stadtteilzentrum auszuarbeiten, das zukunftsweisend und nachhaltig sein wird.

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